Abmahnung/ Klage vom Deutschen Konsumenten Bund e.V. erhaltenSie haben eine Abmahnung vom Deutschen Konsumenten Bund e.V erhalten? Jetzt richtig handeln!Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat die Berufung der Vertriebstochter des größten deutschen Eisenbahnkonzerns wegen Versäumung der Berufungsfrist als unzulässig verworfen.
Damit verbleibt es bei dem vom Landgericht ausgeurteilten und ab dem 01.03.2022 bestehenden Unterlassungsanspruch der klagenden Partei nicht-binärer Geschlechtszugehörigkeit gegen das Unternehmen. Dieses hat es zu unterlassen, die klagende Partei dadurch zu diskriminieren, dass bei der Nutzung von Angeboten der Beklagten zwingend eine Anrede als Frau oder Herr angegeben werden muss. Gleiches gilt für Fahrkarten, Schreiben, Rechnungen, Werbung und gespeicherte personenbezogene Daten mit der Bezeichnung als Frau oder Herr.
Das Landgericht Frankfurt hatte klagenden Partei einen Anspruch auf Unterlassung nach §§ 21 Abs. 1 S. 2 i.V.m. 19, 3 und 1 AGG zuerkannt, da die zwingende Auswahl einer Anrede als Frau oder Herr im Zusammenhang mit der BahnCard oder beim Online-Fahrkartenkauf eine Benachteiligung im Sinne des AGG darstelle. Einen Zahlungsanspruch aus § 21 Abs. 2 S. 3 AGG sah das Gericht jedoch nicht. Bei der gebotenen Abwägung sei das in der zögerlichen Umsetzung liegende Fehlverhalten der Beklagten im Hinblick auf den erfolgten Eingriff nicht als so schwer zu bewerten, als dass es die Zahlung einer Geldentschädigung begründe.
Quelle: Pressemitteilung des OLG Frankfurt
Ähnlich hatte bereits das OLG Karlsruhe entschieden, vgl. hier
Wir können nur weiter dringend anraten Online Shops entsprechend anzupassen, da ansonsten Abmahnungen drohen.
Ähnliche Beiträge
Abmahnung/ Klage vom Deutschen Konsumenten Bund e.V. erhaltenSie haben eine Abmahnung vom Deutschen Konsumenten Bund e.V erhalten? Jetzt richtig handeln!
· Abmahnung · E-Commerce · WettbewerbsrechtUrteil – Arzt darf auf Instagram nicht als Influencer für Produkte Dritter werben!Das Landgericht Karlsruhe, Urteil vom 06.11.2025, Az.: 14 O 19/25kfh hat entschieden, dass ein Arzt auf seinem Instagram Kanal keine Werbung für …
· Abmahnung · E-Commerce · WettbewerbsrechtUrteil – Rechtsmissbrauch bei Abmahnung/Klage wegen Spam MailDas Amtsgericht Kassel, Urteil vom 26.04.2022, Az.: 435 C 1051/21 hat in einer ausführlichen Begründung festgestellt, unter welchen Umständen eine …
· Abmahnung · E-Commerce · WettbewerbsrechtUrteil – Telefonwerbung – Unternehmen trägt Beweislast für EinwilligungDas Oberlandesgericht Nürnberg, Urteil vom 24.10.2023 – Az.: 3 U 965/23 hast nochmal klargestellt, dass ein Unternehmen, das sich auf das Vorliegen …
· Abmahnung · E-Commerce · WettbewerbsrechtUrteil Wettbewerbsrecht – Einfache Unterlassungserklärung ohne Vertragsstrafe ausreichendDas Oberlandesgericht Schleswig hat entschieden, dass bei Verstößen gegen Informationspflichten gemäß § 13 Abs. 4 UWG die Abgabe einer einfachen …