Was die Berufshaftpflicht deckt
Sie deckt Schäden, die Sie Dritten bei Ihrer beruflichen Tätigkeit zufügen. Bei beratenden Berufen geht es meist um reine Vermögensschäden, etwa eine versäumte Frist oder eine falsche Auskunft. Für manche Berufe ist sie gesetzlich vorgeschrieben und damit eine Pflichtversicherung.
Wie bei jeder Haftpflichtversicherung muss der Versicherer berechtigte Ansprüche bezahlen und unberechtigte abwehren.
Typische Gründe für eine Ablehnung
- Wissentliche Pflichtverletzung: Viele Bedingungen schließen Schäden aus, die durch bewusstes Abweichen von Gesetz, Vorschrift oder Weisung entstehen. Der Versicherer muss das beweisen; ein bloßer Fehler genügt nicht.
- Zeitpunkt des Verstoßes: Fiel der Fehler in die Vertragszeit? Bei manchen Verträgen kommt es auf den Zeitpunkt des Fehlers an, bei anderen auf den Zeitpunkt der Anspruchserhebung.
- Serienschaden und Deckungssumme: Mehrere Schäden aus derselben Ursache gelten oft als ein Schaden.
- Nicht versicherte Tätigkeit: Der Fehler betraf eine Tätigkeit außerhalb des versicherten Berufsbilds.
Was Sie jetzt tun sollten
Versicherer früh einbinden
Schon wenn ein Anspruch droht, nicht erst bei der Klage.
Keine Fehler einräumen
Ohne Rücksprache mit dem Versicherer und mit uns weder Schuld anerkennen noch zahlen.
Akte sichern
Alle Unterlagen zum betroffenen Auftrag vollständig aufbewahren.
Quelle: § 104 VVG
Was kostet ein Anwalt? Zahlt die Rechtsschutzversicherung?
Das erste Gespräch ist kostenlos und unverbindlich. Danach richten sich die Kosten in der Regel nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und dem Wert Ihres Anspruchs.
Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, fragen wir die Kostenzusage für Sie an. Ob sie zahlt, hängt von Ihrem Vertrag ab.
OFFEN: Stephan. Soll hier eine Spanne oder ein Beispiel stehen (Fragebogen Frage 36)? Bis zur Entscheidung nur der Verweis auf das Gesetz.
Häufige Fragen
Was bedeutet wissentliche Pflichtverletzung?
Sie liegt vor, wenn jemand seine Pflicht kennt und bewusst dagegen handelt. Ein Versehen oder Fahrlässigkeit genügt dafür nicht.
Wer muss die Berufshaftpflicht haben?
Das regeln die Berufsgesetze, etwa für Rechtsanwälte, Steuerberater und viele Architekten und Ingenieure. Ist sie vorgeschrieben, gelten die Regeln der Pflichtversicherung.
Quelle: § 113 VVG
Wer vertritt mich gegenüber dem Geschädigten?
Grundsätzlich organisiert der Versicherer die Abwehr. Lehnt er die Deckung ab, sollten Sie Haftung und Deckung gleichzeitig prüfen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Verstoßprinzip und Anspruchserhebungsprinzip?
Beim Verstoßprinzip kommt es darauf an, dass der Fehler in die Vertragszeit fällt, beim Anspruchserhebungsprinzip darauf, dass der Anspruch während der Vertragszeit erhoben wird. Bei einem Wechsel des Versicherers kann so eine Lücke entstehen.
Zuletzt geprüft am 22.10.2026 von Christoph C. Mayerhofer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Versicherungsrecht.
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